
Kronen Zeitung
REAL-COACH VOR GERICHT
Einnahmen verschwiegen? Carlo Ancelotti droht Haft
In Madrid hat ein Strafprozess gegen Real-Madrid-Coach Carlo Ancelotti begonnen. Die Anklage wirft dem 65-Jährigen Steuerhinterziehung vor. Sie fordert, den Trainer von Österreichs Teamkapitän David Alaba zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten sowie zu einer Geldstrafe von über drei Millionen Euro zu verurteilen.
Dem Italiener wird vorgeworfen, in den Jahren 2014 und 2015 Steuern von insgesamt 1.062.079 Euro nicht an den Fiskus abgeführt zu haben.
Ancelotti hat stets seine Unschuld beteuert. „Ich bin nicht beunruhigt und vertraue der Justiz“, sagte er kürzlich vor Journalisten. Auf die Frage einer Journalistin vor dem Gerichtsgebäude, ob er eine Vereinbarung mit der Anklage anstrebe, antwortete Ancelotti mit „Nein“ und verschwand im Gebäude, wie in einem von der Sportzeitung „AS“ verbreiteten Video zu sehen war. Bei früheren Steuerstrafverfahren gegen prominente Angeklagte hatten sich diese bisweilen für schuldig erklärt und im Gegenzug eine mildere Strafe bekommen.
Einnahmen nicht deklariert?
Für den Prozess sind zunächst zwei Verhandlungstage angesetzt. Die Anklage wirft Ancelotti vor, in den beiden Jahren als Real-Coach zwar sein Gehalt als Real-Trainer in der Steuererklärung angegeben, dem Fiskus aber seine Einnahmen aus Bildrechten verschwiegen zu haben.
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll Ancelotti versucht haben, Einnahmen aus seinen Bildrechten durch ein „komplexes und verworrenes Geflecht von Treuhandgesellschaften und zwischengeschalteten Unternehmen“ außerhalb Spaniens zu leiten, wie die spanische Sportzeitung „Relevo“ berichtete. Die Anklage werte dies als eine Art Verschleierungstaktik. Ancelotti hatte Real erstmals von 2013 bis 2015 gecoacht, seine zweite Etappe in Madrid begann im Sommer 2021.
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